Stadt macht Platz | 1.Preis

Bearbeitung des zweistufiges Landeswettbewerbs "Stadt macht Platz - NRW macht Plätze"

Öffentliche Räume sind seit jeher zentrale Orte des städtischen Zusammenlebens.
Das Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen will mit dem Modellvorhaben „Stadt macht Platz – NRW macht Plätze” Anstöße für einen innovativen Umgang sowie eine qualitätsorientierte Gestaltung und Nutzung des öffentlichen Raums geben. Am Beispiel ausgewählter Projekte sollen eine neue Stadt- und Platzkultur umgesetzt, zeitgemäße Nutzungsformen beispielhaft realisiert und neue Wege der Planung erprobt werden.
Beschreibung
Auf einer Industriebrache am Rand der historischen Innenstadt Herfords, zwischen Bahnhof und Aa, entsteht zur Zeit ein internationales Zentrum fr die Vermittlung zwischen Design und Kunst: MARTa. Es soll der ostwestfälischen Möbel- und Möbelzulieferindustrie als Branchenkompetenzzentrum dienen, darber hinaus aber Querverbindungen zu knstlerischen, wissenschaftlichen und sozialen Perspektiven fördern. Mit der Beauftragung des amerikanischen Architekten Frank O. Gehry sowie Jan Hoets (u. a. verantwortlich fr die Documenta IX, 1992) fr die knstlerische Leitung des Hauses wurden deutliche Zeichen fr Qualität im europäischen und Weltmaßstab gesetzt.



Die Gestaltung des öffentlichen Raums und die Vernetzung des „neuen” Quartiers mit dem Stadtraum ist integraler Bestandteil des Projekts. Der neu anzulegende Museumsplatz ist dabei Element einer Platzfolge – der Verbindung von Schillerplatz, Bahnhofsvorplatz, Wilhelmsplatz und Museumsplatz, die durch künstlerische Gestaltung, das Konzept ARTlink, miteinander verknüpft sind. Gestalterisches Thema ist die künstlerische Auseinandersetzung mit dem spezifischen Ort und seiner Funktion im Stadtgefüge. Erstes ARTlink in dieser Kette soll die Verbindung zwischen Schillerplatz und Museumsplatz durch einen „Laufsteg der Kunst” sein. Hierzu hat der italienische Künstler Luciano Fabro bereits einen Entwurf geliefert.



Goebenstraße / Schillerplatz / Museumsplatz

Der Museumsplatz befindet sich gleich gegenber dem Museumsvorplatz und dem Haupteingang des MARTa. Er soll als „Freiluft-Foyer” dienen, wo Kunst öffentlich und zufällig erlebt werden kann, als neutrale Fläche fr temporäre Installationen und als Außenraum fr Zielgruppenveranstaltungen, etwa der Museumspädagogik. In dieser Funktion, der Ausweitung der Kunst in den öffentlichen Raum bzw. der Auseinandersetzung mit Kunst im öffentlichen Raum, sieht die Jury die besondere Preiswrdigkeit des Projekts. Der Museumsplatz sei in Verbindung mit dem benachbarten Gehry-Bau ein „wichtiger Baustein fr die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt”.



Bahnhofsvorplatz und Wilhelmsplatz



Der Museumsplatz



Schnitt Goebenstraße



Installationen auf dem Museumsplatz



Luciano Fabro "La Palla" (Der Ball)



Der international renommierte italienische Bildhauer und documentaIX-Teilnehmer Luciano Fabro hat das Gedicht ausgewählt, um das MARTa Herford auf poetische Weise an das Stadtgeschehen anzubinden. Wie eine Endlosschleife, ein Loop, wirkt die Arbeit, wobei der Künstler die Bestimmung des kugelförmigen Objektes – als transzendenten Kosmos, mitten in der Dynamik des Wendepunktes, oder als Metapher für das Ballspiel und damit für selbstvergessene, glückliche Momente – bewusst offen hält.