Realisierungswettbewerb eines innerstädtischen Wohnquartiers mit 85 Wohneinheiten | 1. Platz



Das Städtebaulich Konzept

Der Entwurf definiert die Nahtstelle zwischen dem ehemaligen Kasernengelände und der Wohnbebauung im Osten neu und schließt eine Lücke im Siedlungsraum.
Der Städtebau generiert vielfältige, klar zugeordnete Freiräume, die eine gute Nutzbarkeit ermöglichen. Schwach definierte Restflächen werden dagegen vermieden. Gleichzeitig werden räumlich attraktive Abfolgen und charakteristische Raumsituationen geschaffen.
Verschiedene Wohnformen ergänzen sich funktional und räumlich.

Die wie ein Bild durchgestaltete Mitte schafft die notwendige Anziehungskraft und langfristig die Identität, die nötig ist, um sich im heterogenen städtischen Umfeld zwischen Gewerbebauten, Mehrfamilienhäusern und den unterschiedlichen Nutzungsformen zu behaupten.
Die Typologie der Bebauung gliedert sich in fünf prägnante Gebäudefiguren mit unterschiedlicher Geschossigkeit und differenzierter Verdichtung:

• Geschosswohnungsbau
• Stadthäuser
• Reihenhäuser
• Winkelhäuser
• Einfamilienhäuser

Lageplan



Der Wohnpark als Quartiers-Mitte

Die Gestaltung des Wohnparks an der Nahtstelle zwischen den großmaßstäblichen, denkmalgeschützten Kasernengebäude und der angrenzenden Neubebauung dient als Bindeglied und korrespondiert mit den vorgesehenen baulichen Nutzungen. Der Wohnpark bildet das Zentrum des Lenkwerkquartiers und entfaltet seine Tiefenwirkung auch von der Straße Am Stadtholz her. Die Wohnbebauung erhält damit ein grünes Szenenbild. Die im Norden des Quartiers vorgesehene 3- bis 4-geschossige Bebauung öffnen sich zu diesem zentralen Bereich.Hier finden sich Mauerstufen als lange Fassung und Führung, die zugleich als Sitzkante aus Sichtbeton mit Holzauflage mit Orientierung zum Aufenthaltsbereich wird. Die Topografie wird genutzt, um eine bespielbare Höhenkante als Schwelle zum halböffentlichen Raum, dem ruhigeren Innenbereich der südlichen Einzelhausbebauung zu schaffen. So schafft der vorhandene Niveausprung Schaffung einen definierten Außenraum und wird zusätzlich mit Funktionen versehen. Als eigenständiger Grünraum dient er gleichzeitig als Knotenpunkt der von Süden und Osten ankommenden, teils bereits vorhandenen und teils geplanten Fuß- und Radwegeverbindung.





Der Kernbereich des Quartiers

Von der nördlichen Wohnstraße werden 8 Einfamilienhäuser, von der südlichen 4 Einfamilienhäuser und 6 Winkelhäuser erschlossen.Die beiden einzigen befahrbaren Wohnstraßen im Quartier bieten den Grundstückseigentümern die Möglichkeit des Parkens auf dem eigenen Grundstück.Grundstücksgrößen von ca. 400 qm und die 2-geschossige Bebauung bieten ein ausgewogenes Verhältnis von Wohnraum und Grundstücksfläche. Dachterrassen erweitern zusätzlich die privaten Freiräume und bieten geschützte Aufenthaltsbereiche.




Verkehr und Erschließung

Als Haupt-Erschließungsstraße sind die bestehende Zuwegung am westlichen Rand des Planungsgebiets und die Straße Eckernkamp als Erschließung für die Stadt- und Reihenhäuser ausreichend.Das Innere des Gebiets ist weitgehend autofrei. Lediglich zwei als Wohnstraßen ausgelegte Zuwegungen ermöglichen den Bewohnern der Einfamilienhäuser das Parken auf dem eigenen Grundstück.

Der nördliche Teil der Winkelhäuser wird über die Wohnstraße der EFH erschlossen.Der südliche Teil wird wie die Reihenhäuser über Wohnwege, welche nur für Fußgänger und Radfahrer geeignet sind, erschlossen.Die Stellplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe und sind vom Eckernkamp oder der Lenkwerk-Quartier-Straße aus zu erreichen.
Mit der ausschließlich Fußläufigen Erschließung sollen vor allem Familien mit Kindern angesprochen werden, die ihre Kindern in Sichtweite und gleichzeitig ohne Gefährdung durch fahrenden Verkehr spielen lassen können.




Ökologie undRegenwasser

Die versiegelten Flächen werden minimiert, alle Gebäude erhalten optional begrünte Dächer oder Dachterrassen; auf den versiegelten Flächen kommen wasserdurchlässige Beläge zum Einsatz. Das darüber hinaus anfallende Regenwasser wird in Wassergräben und einem Wasserbecken zur Erhöhung der Wohnumfeldqualität genutzt.






Die Stadthäuser am Eckernkamp

Auf dem höheren Geländeniveau (101m ü.NN) und als Raumkante zur Straße Eckernkamp sind Stadthäuser mit nach Westen orientierten, privaten Freiflächen vorgesehen. Eine Höhenstufe von ca. 1,80m markiert im weiteren Verlauf die östliche Grenze zum öffentlichen Straßenraum bzw. der fußläufigen Erschließung des Quartiers.Der Niveausprung wird für ein dreigeschossiges Stadthauskonzept, bestehend aus zwei Wohnebenen mit Dachterasse und einem in die Geländekante eingeschobenen Parkgeschoss, genutzt. ZwischenStadthäuser den Häusern befinden sich zusätzlich jeweils zwei geschlossene Garagenstellplätze für die Eigentümer der Reihenhäuser. Die Garagendächer dienen als erhöhter Freisitz. Der Niveausprung wird als Splitlevel auch in den Wohnbereichen der Stadthäuser fortgesetzt.Weitere, offene Stellplätze sind den Eigentümern der Reihenhäuser zugeordnet. Diese sind von den Wohnwegen der Reihenhausbebauung nicht direkt einsehbar.